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Häufig gestellte Fragen zur Zeitarbeit

... und unsere Antworten. Über die Zeitarbeit existieren wahrscheinlich mehr Vorurteile als über jede andere Arbeitsform. Umso wichtiger, den falschen Informationen Fakten gegenüberzustellen.

Was ist eigentlich genau Zeitarbeit?

Arbeitnehmerüberlassung ist der juristisch korrekte Begriff für Zeit- oder Leiharbeit. So wird ein Arbeitsverhältnis bezeichnet, bei dem der Leiharbeitnehmer zeitlich begrenzt in einem Unternehmen eingesetzt wird. Den Arbeitsvertrag allerdings hat dieser Angestellte mit dem Zeitarbeitsunternehmen, das den Mitarbeiter im Rahmen der erwähnten  Arbeitnehmerüberlassung "entleiht". Die genauen gesetzlichen Bestimmungen finden sich im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Es legt unter anderem fest, 1. dass das Zeitarbeitsunternehmen eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung besitzt, 2. die Leihe zeitlich begrenzt sein muss, 3. die Arbeitsverhältnisse der Zeitarbeiter mit den im Betrieb angestellten Mitarbeitern nach einer bestimmten Frist gleichgestellt werden müssen.

Verdienen Zeitarbeiter weniger als ihre festangestellten Kollegen?

Ein klares Nein, es sind sogar Fälle denkbar, in denen die Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen mehr verdienen als die Angestellten des Einsatzbetriebs. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ist in diesem Punkt (§8) eindeutig: Der Verleiher hat „die im Betrieb des Entleihers für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts zu gewähren“. Diesem Paragrafen liegt das „Equal Treatment Prinzip“ zugrunde: Ein Zeitarbeitnehmer hat einen Anspruch auf die im entleihenden Betrieb geltenden Arbeitsbedingungen. Das bedeutet für Angestellte in der Zeitarbeitsbranche unter anderem, dass ihr Lohn nach spätestens neun Monaten den anderen, direkt beim entleihenden Unternehmen angestellten Mitarbeitern angeglichen werden muss. Voraussetzung: Der ausgeliehene Mitarbeiter ist ununterbrochen neun Monate bei dem gleichen Unternehmen eingesetzt. Der Gesetzgeber erhofft sich von dieser Regelung, die Anfang 2018 in Kraft trat, dem Lohngefälle zwischen Zeitarbeitern und den beim Entleihern angestellten Kollegen entgegenzuwirken. Allerdings gibt es Ausnahmen von der Regel, welche die so genannten Branchenzuschlagstarifverträge betreffen.

Gilt der Mindestlohn auch in der Zeitarbeitsbranche?

Egal für welche Tätigkeit, Praktika und Ausbildungen mal ausgenommen, in Deutschland gilt der gesetzliche Mindestlohn. Die Zeitarbeitsbranche macht da keine Ausnahme. Die „Zweite Verordnung über eine Lohnuntergrenze in der Arbeitnehmerüberlassung“ legt den Mindestlohn fest, das Gesetz gilt seit dem 1. Januar 2017. Der Mindestlohn für das Jahr 2019 beträgt:

01/2019 - 03/2019 9,49 €
04/2019 - 09/2019 9,79 €
10/2019 - 12/2019 9,96 €

In der Zeitarbeit kann jeder zahlen, was er will. Richtig?

Falsch, denn auch in der Zeitarbeit gelten Tarifverträge (siehe Entgeltgruppen). Im Jahr 2003 haben der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine acht Einzelgewerkschaften mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) den ersten Tarifvertrag abgeschlossen.Er regelt bis heute die Rahmenbedingungen der Zeitarbeit, also die Einkommen, Wochenarbeitszeit, Pausen, Urlaubsansprüche, Weihnachts- und Urlaubsgeld. Eine wichtige Errungenschaft des Vertrags ist das flexible Arbeitszeitkonto. Hier werden Überstunden, aber auch gegenüber der Sollarbeitszeit weniger geleistete Stunden verzeichnet. Die zusätzlichen Stunden können durch Geld oder Freizeit abgegolten, negative Stundenkontingente verrechnet werden. Darüber hinaus regelt der Tarifvertrag die Arbeitsbedingungen bei Mehrarbeit sowie die Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge.

Sozialleistungen kennt die Zeitarbeit nicht, oder?

Zeitarbeitern stehen die gleichen Leistungen zu wie den im entleihenden Betrieb fest angestellten Mitarbeitern. Dieser Gleichheitsgrundsatz ist im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt. Er betrifft auch Leistungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Kranken-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Wo erfahre ich, wie in der Zeitarbeit bezahlt wird?

Viele Tarifverträge sehen sogenannte Entgeltgruppen vor. Sie dienen dem Zweck, den Arbeitnehmer gemäß seiner Qualifikationen und Erfahrungen in ein gestaffeltes System einzuordnen: Je höher die Qualifikation, je größer die Berufserfahrung, desto höher die Einordnung. Dieses Prinzip gilt auch für die Zeitarbeit. Hinzu kommt noch die Kategorie der Einsatzzeit im entleihenden Betrieb. Der Tarifvertrag der BAP sieht neun Gruppen von E1 bis E9 vor. Derzeit (Dezember 2018) liegt die niedrigste Entgeltgruppe bei 9,49 Euro/Stunde (West). Nach neun Monaten Einsatzdauer steigt der Lohn auf 9,63€, nach einem Jahr auf 9,77€. Für das Jahr 2019 stehen die Steigerungen im Lohn ebenfalls fest. In der höchsten Entgeltgruppe liegt die Lohnspanne zwischen 21,07€ und 21,70 (West) und 19,50€ bzw. 20,09 (Ost). Einen kompletten Überblick über alle Entgeltgruppen erhalten Sie hier (PDF).

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